Laser unter Wasser
Für den Einsatz unter Wasser entwickeln wir Prozesse und Systemtechnik. Wir beschäftigen uns mit dem Schneiden und Schweißen unter Wasser, um diese Prozesse zu automatisieren und Taucher zu entlasten bzw. zu unterstützen. Im Bereich Additive Fertigung forschen wir an dem Einsatz der Technologie, um unter Wasser Bauteile zu reparieren oder neu aufzubauen. Außerdem arbeiten wir daran Blindgänger aus den Weltkriegen automatisiert und sicher vor Ort auf dem Meeresgrund zu entschärfen. Weiterhin beschäftigen wir uns mit der Entfernung von Biofilm und Bewuchs von Schiffsrümpfen und Aquakulturen.
Dr.-Ing. Benjamin Emde
Unsere Projekte und Tätigkeiten
Videos zu Projekten und Prozessen
Prozessvideo Behandlung von Bewuchs unter Wasser
Mit einem Lichtvorhang aus blauer Laserstrahlung schädigt das vom LZH entwickelte System Biofouling nachhaltig. Der Bewuchs wird nach der Behandlung durch die Strömung abgewaschen. Der Laser wurde hierbei von der Firma Laserline entwickelt. Das Fraunhofer IFAM kümmert sich um die Optimierung der Bewuchsschutz-Beschichtung und die OFTEC Handelsgesellschaft für Oberflächentechnik mbH entwickelt einen Magnet-Crawler, mit dem der Laser am Schiffsrumpf entlanggeführt werden kann.
Spundwände unter Wasser schneiden
Unterwasserarbeiten sind aufwendig. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit dem Institut für Werkstoffkunde der Leibniz Universität Hannover einen Laserprozess entwickelt, um Spundwände automatisiert unter Wasser zu schneiden. Sollen sie demontiert werden, müssen Taucher sie mit dem Schneidbrenner zerlegen. Üblicherweise schafft es ein Taucher, etwa 20 Meter pro Tag zu schneiden, was einer Geschwindigkeit von 0,07 m/min entspricht. Das LZH hat im Projekt LuWaPro einen Prozess entwickelt, bei dem ein Scheibenlaser die Schnitte im Brennschnitt ausführt. Der Taucher übernimmt nur noch eine Kontrollfunktion.
Animation: Entfernen von Biofouling unter Wasser
Der marine Bewuchs auf Schiffsrümpfen ist ein erhebliches Problem für die Branche. Dieses sogenannte Biofouling erhöht den Strömungswiderstand und dadurch den Kraftstoffverbrauch und die ausgestoßenen Emissionen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will daher zusammen mit der Laserline GmbH und dem Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) ein laserbasiertes Reinigungsverfahren entwickeln, um den Bewuchs ohne Beschädigung der darunterliegenden Beschichtung schonend und effizient zu entfernen.
Innovative Tiefsee-Analytik unter Wasser
Auf dem Grund des Meeres lagern seltene Metalle. Diese werden für moderne Technologien benötigt, sind bisher aber schwer zu entdecken. Das Laser-induzierte Plasmaspektroskopie-System vom LZH und Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e. V. bietet eine neue umweltschonende Analyse in der Tiefsee.
Bodenschätze am Meeresboden lokalisieren
Bodenschätze am Meeresboden zu lokalisieren, ist bislang mit sehr hohen Kosten verbunden. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat zusammen mit acht Partnern im EU-Projekt ROBUST ein laserbasiertes Analysesystem entwickelt, um Bodenproben in der Tiefsee nahezu zerstörungsfrei zu untersuchen. Das System zur laserinduzierten Plasmaspektroskopie (engl. laser-induced breakdown spectroscopy, LIBS) ermöglicht es, Materialproben nahezu zerstörungsfrei auf ihre atomare Zusammensetzung hin zu untersuchen. Das vom LZH entwickelte LIBS-System hielt bei Praxistests in der Tiefsee einem Druck von 400 bar erfolgreich stand.