LZH entwickelt 3D-Druck für Stahlstrukturen im Meer
Unterwasser-Bauwerke wie Offshore-Windanlagen, Brückenpfeiler oder Hafeninfrastruktur sind extremen Bedingungen ausgesetzt. Beschädigungen an deren Stahlstrukturen zu reparieren, ist aufwendig und teuer. Im Projekt „RoLaKI" arbeiten das LZH, das Institut für Informationsverarbeitung (TNT) der Leibniz Universität Hannover und die OFTEC Handelsgesellschaft für Oberflächentechnik mbH an einer Lösung: Sie entwickeln ein Verfahren, mit dem sich Stahlstrukturen unter Wasser großflächig beschichten oder durch „Andrucken" neuer Strukturen reparieren lassen.
Laser und KI arbeiten zusammen
Im Kern des Projekts steht der laserbasierte 3D-Druck unter Wasser. Die Wissenschaftler:innen untersuchen zunächst, wie verschiedene Prozessparameter den Lagenaufbau und das Bearbeitungsergebnis beeinflussen. Mit diesen Daten trainieren sie dann eine Künstliche Intelligenz (KI), die selbstständig lernt und für neue Reparaturaufgaben optimale Parameter vorhersagt. Zusätzlich wollen sie eine KI-gestützte Bahnplanung entwerfen, die berechnet, wie eine Schadstelle am besten zu reparieren ist.
Spezielle Technik für den Einsatz im Wasser
Für den Einsatz außerhalb des Labors entwickelt das Team eine spezielle Laserbearbeitungsoptik. Diese soll die optischen Komponenten mit der Drahtzuführung für den Beschichtungsprozess vereinen. Diese Optik wird mit einem Feinpositioniersystem auf einem Magnet-Crawler befestigt, der das System Unterwasser zur Schadstelle bringt. Mit diesem Feinpositioniersystem wird es möglich, Schweißnähte präzise neben- und übereinander aufzubauen. Am Ende des Projekts wollen die Partner das gesamte Verfahren mit einem Demonstrator durchführen können.
Über Rolaki
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das Verbundprojekt „Roboter- und Laserbasierter 3D-Druck mittels KI-Unterstützung zur nachhaltigen Reparatur von Unterwasser-Stahlstrukturen - RoLaKI" zur Fördermaßnahme „Digital GreenTech - Umwelttechnik trifft Robotik" im Rahmen der BMFTR-Strategie „Forschung für Nachhaltigkeit" (FONA). Das Begleitvorhaben „BRIDGE" unterstützt die geförderten Verbundprojekte der Initiative „Digital GreenTech" mit umfassender rechtlich-ethischer Expertise.
Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)
Als unabhängiges gemeinnütziges Forschungsinstitut steht das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) für innovative Forschung, Entwicklung und Beratung. Das durch das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen geförderte LZH widmet sich der selbstlosen Förderung der angewandten Forschung auf dem Gebiet der Photonik und Lasertechnologie. 1986 gegründet arbeiten inzwischen fast 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am LZH.
Das LZH bietet mit seinen Anwendungen der smarten Photonik Lösungen zu gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen. Dabei arbeiten Naturwissenschaftler:innen und Ingenieur:innen interdisziplinär zusammen entlang der Prozesskette: von der Komponentenentwicklung für spezifische Lasersysteme oder für Quantentechnologien bis hin zu Prozessentwicklungen für die unterschiedlichsten Laseranwendungen, zum Beispiel für die Medizin- und Agrartechnik oder für den Leichtbau im Automobilsektor. 18 erfolgreiche Ausgründungen sind bis heute aus dem LZH hervorgegangen. Das LZH schafft so einen starken Transfer zwischen grundlagenorientierter Wissenschaft, anwendungsnaher Forschung und Industrie – und nutzt Licht für Innovation.