Glasfassaden: Schutz für Vögel per Laser

SolGel-Schichten sind die Basis für laserbasierte Strukturen, die Glasfassaden sichtbar für Vögel machen sollen. (Foto: LZH)
SolGel-Schichten sind die Basis für laserbasierte Strukturen, die Glasfassaden sichtbar für Vögel machen sollen. (Foto: LZH)
30.07.2026
News

Glasfassaden sind für Vögel kaum sichtbar und führen daher zu millionenfachen Kollisionen. Das LZH entwickelt in einem neuen Projekt zusammen mit der isophon glas GmbH ein laserbasiertes Verfahren, das Glas für Vögel erkennbar macht – ohne das Glas zu schädigen und mit reduziertem Energieeinsatz.

Moderne Glasfassaden prägen das Bild vieler Städte. Für Vögel sind sie jedoch eine unsichtbare Gefahr: Allein in Deutschland sterben laut NABU jährlich 100 Millionen Vögel durch Kollisionen mit Glasflächen. Bisherige Schutzmaßnahmen haben ökologische Nachteile: Chemische Verfahren wie Klebefolien und lösungsmittelbasierte Drucke setzen flüchtige organische Verbindungen frei. Thermische Verfahren wie Einbrennmarkierungen verbrauchen große Mengen Energie, weil das gesamte Glaselement erhitzt werden muss, und schädigen das Glas. Das LZH arbeitet nun an einer Alternative, beraten wird es dabei von der isophon glas GmbH . 

Laser trifft Sol-Gel: ein neuer Ansatz für Vogelschutzmarkierungen 

Die beiden Partner arbeiten an einem laserbasierten Beschichtungsprozess, der auf der sogenannten Sol-Gel-Technologie basiert. Dabei wird eine dünne Schicht aus wasser- oder alkoholbasierten Ausgangsstoffen durch Sprüh- oder Coatingverfahren auf das Glas aufgebracht. Anschließend verdichtet ein Laser die Beschichtung gezielt an den gewünschten Positionen. Weil nur einzelne Bereiche mit dem Laser behandelt werden, sinkt der Energiebedarf gegenüber den flächigen Einbrennmarkierungen erheblich. Zudem verzichtet das Verfahren weitgehend auf schädliche Lösungsmittel. 

Die Beschichtung lässt sich chemisch so anpassen, dass sie für Vögel sichtbar ist, sich aber gleichzeitig harmonisch in die Architektur einfügt. Möglich ist das, weil sich die optischen Eigenschaften der Sol-Gel-Schichten gezielt auf Transmission, Reflexion oder UV-Beständigkeit anpassen lassen. Für Vögel, die ultraviolettes Licht wahrnehmen können, sind solche Markierungen erkennbar – für das menschliche Auge können sie nahezu unsichtbar bleiben.  

Wiederverwendung statt Entsorgung 

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Entwicklung eines Laser-Entschichtungsverfahrens. Damit soll die aufgebrachte Schutzschicht selektiv und ohne Beschädigung des Glases wieder entfernt werden können. Das eröffnet zwei Möglichkeiten: Das Glas kann erneut beschichtet oder direkt dem Recycling zugeführt werden. Dieser Ansatz verlängert die Nutzungsdauer von Fassadenglas und schont Ressourcen – ein Beitrag zur Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. 

Über MiVoLa 

Das Projekt „Minimierung des Vogelanpralls an Glasfassaden durch Laser gehärtete Sol-Gel Markierungen und Laser basierte Markierungsentfernung zur Rückführung in den Wertstoffkreislauf (MiVoLa)“ wird von der Investitions- und Förderbank Niedersachsen – NBank im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.

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