Alterssichtigkeit mit dem Laser korrigieren
05.02.2019

Um Augen-Operationen zukünftig besser vorhersagen zu können, haben Wissenschaftler am LZH ein Mechanik- als auch ein Optikmodell des Auges entwickelt. (Foto: LZH)

Alterssichtigkeit (Presbyopie) und Hornhautverkrümmung  (Astigmatismus) sind weit verbreitet. Damit die Brille nicht zwangsläufig notwendig wird, hat das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) gemeinsam mit zwei Projektpartnern ein virtuelles Augenmodell entwickelt. Mit diesem kann eine Augenoperation simuliert werden. Bei der sogenannten fs-Lentotomie wird die Augenlinse durch Mikroschnitte mit einem Femtosekundenlaser wieder flexibler gemacht, bei der fs-Keratotomie wird die Hornhautverkrümmung durch gezielt gesetzte Schnitte ausgeglichen.

Für das Projekt RayFEye haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des LZH sowohl ein Mechanik- als auch ein Optikmodell entwickelt. Im mechanischen Modell wurden anhand von Probeaugen (einem Tiernebenprodukt) untersucht, wie Laser-Schnitte in der Linse und der Hornhaut deren Brechungsverhalten beeinflussen. Aus diesen Daten haben die Forscher dann ein biomechanisches Modell entwickelt, das auch hinsichtlich der optischen Abbildungsleistung analysiert werden kann. Mit dem Modell sollen vor einer Operation die optimale Schnittsetzung und die zu erwartende Patientensicht vorhergesagt werden können.

Langfristiges Ziel ist es, schonende Operationsmethoden zu entwickeln und klinische durch virtuelle Studien zu ersetzen.

Über RayFEye

Neben dem LZH sind die Optimo Medical AG (vormals Integrated Scientific Services AG), die die Software OptimEyesTM entwickeln, und die ROWIAK GmbH als Hersteller des Lasersystems an dem Projekt beteiligt. Gefördert wurde das Verbundprojekt „Ray tracing in ophthalmic finite element models for predicting of visual acuity enhancement“ (RayFEye) im Rahmen von Eurostars vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) unter dem Förder­kennzeichen 01QE1545B.

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Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)

Als unabhängiges gemeinnütziges Forschungsinstitut steht das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) für innovative Forschung, Entwicklung und Beratung. Das durch das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr geförderte LZH widmet sich der selbstlosen Förderung der angewandten Forschung auf dem Gebiet der Photonik und Lasertechnologie. 1986 gegründet arbeiten inzwischen über 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am LZH.

Der Fokus des LZH liegt auf den Bereichen Optische Komponenten und Systeme, Optische Produktionstechnologien und Biomedizinische Photonik. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Naturwissenschaftlern und Maschinenbauern ermöglicht innovative Ansätze für Herausforderungen verschiedenster Bereiche: von der Komponentenentwicklung für spezifische Lasersysteme bis hin zu Prozessentwicklungen für die unterschiedlichsten Laseranwendungen, zum Beispiel für die Medizintechnik oder den Leichtbau im Automobilsektor. 18 Ausgründungen sind bis heute aus dem LZH hervorgegangen. Das LZH schafft so einen starken Transfer zwischen grundlagenorientierter Wissenschaft, anwendungsnaher Forschung und Industrie.