LZH-LIBS-System auf dem Weg in den pazifischen Ozean
21.12.2018

Entwickeltes LIBS-System im Druckgehäuse für den Einsatz in einer Wassertiefe von 6000 m (600 bar). (Foto: LZH)

Auskoppelfenster für den Laserstrahl für eine Wassertiefe von bis zu 6000 m. (Foto: LZH)

Die finale Integration des LIBS-Systems des Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) für Messungen in der Tiefsee bei 6000 m Wassertiefe in das erforderliche Druckgehäuse ist erfolgreich abgeschlossen. Das LIBS-System wurde dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel übergeben und wird sich nun von Kiel aus auf den Weg zum Starthafen der Forschungsfahrt (SO268) in den pazifischen Ozean machen.

Nachdem es Wissenschaftlern am LZH vor Kurzem erstmals gelungen ist, Zink-Proben bei einem Druck von 600 bar mit Hilfe von laserinduzierter Plasmaspektroskopie (engl. laser-induced breakdown spectroscopy, LIBS) zu messen, ist nun der nächste große Meilenstein im Forschungsvorhaben ROBUST erreicht.

Bodenschätze am Meeresboden zu lokalisieren ist bislang mit sehr hohen Kosten verbunden. Um diese zu reduzieren, arbeitet das LZH gemeinsam mit acht weiteren europäischen Partnern daran, bis 2020 ein laserbasiertes, autonomes Messsystem für den Einsatz unter Wasser zu entwickeln. Das System soll Proben, wie beispielsweise Manganknollen, detektieren und direkt auf dem Tiefseegrund ihre Materialzusammensetzung analysieren.

LIBS-System in Druckgehäuse integriert und getestet
Das LZH hat das entwickelte LIBS-System erfolgreich in das von ALS Marine Consultants designte und gefertigte Druckgehäuse integriert. Das System wurde in einem Wasserbecken am LZH getestet. Die einwandfreie Spannungsversorgung sowie die Datenkommunikation mit dem ROV Kiel 6000 des GEOMAR konnte nachgewiesen werden.

Startklar für den pazifischen Ozean
Das LIBS-System wurde nun dem GEOMAR übergeben, von dort aus startet der Weitertransport zum Starthafen der Forschungsfahrt (SO268). Anfang 2019 beginnt die Reise in den  pazifischen Ozean, auf der das entwickelte LIBS-System unter realen Bedingungen mit dem ROV Kiel 6000 getestet wird.

Über ROBUST
Das Projekt „Robotic Subsea Exploration Technologies - ROBUST“ (Förderkennzeichen: 690416) wird durch die Europäische Union im Rahmen des Programmes „Horizon 2020“ gefördert.

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Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)

Als unabhängiges gemeinnütziges Forschungsinstitut steht das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) für innovative Forschung, Entwicklung und Beratung. Das durch das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr geförderte LZH widmet sich der selbstlosen Förderung der angewandten Forschung auf dem Gebiet der Photonik und Lasertechnologie. 1986 gegründet arbeiten inzwischen fast 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am LZH.

Der Fokus des LZH liegt auf den Bereichen Optische Komponenten und Systeme, Optische Produktionstechnologien und Biomedizinische Photonik. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Naturwissenschaftlern und Maschinenbauern ermöglicht innovative Ansätze für Herausforderungen verschiedenster Bereiche: von der Komponentenentwicklung für spezifische Lasersysteme bis hin zu Prozessentwicklungen für die unterschiedlichsten Laseranwendungen, zum Beispiel für die Medizintechnik oder den Leichtbau im Automobilsektor. 19 Ausgründungen sind bis heute aus dem LZH hervorgegangen. Das LZH schafft so einen starken Transfer zwischen grundlagenorientierter Wissenschaft, anwendungsnaher Forschung und Industrie.