Von Hannover auf Weltreise und zum Mars: LZH liefert Laser für ExoMars 2020 aus (Allgemeine Presse)
20.11.2017

Kleiner Laser auf großer Reise. Der vom LZH entwickelte Laser wird im Rover der ExoMars 2020 Mission bei der Suche nach Leben auf dem Mars eingesetzt. (Grafik: ESA)

Bildunterschrift Bild 2: Aufwendige und enge Kabelführung: Der MOMA-Laser ohne Laserhülle auf der Austrittsseite. (Foto: LZH)

In drei Jahren soll sich die Rakete der europäisch-russischen ExoMars 2020 Mission mit einem Rover auf ihren neunmonatigen Weg zum Mars machen. Vor dieser Reise ins Weltall haben die Instrumente, die sich im Rover befinden, aber noch einen langen Weg auf Erden vor sich. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat seinen Beitrag auf die erste Etappe geschickt.

Der Laserkopf des LZH ist bereits im NASA Goddard Space Flight Center in den USA angekommen. Bevor er in die Rakete zum Mars kommt, steht ihm jedoch noch ein langer Weg bevor. „Laser sind eigentlich sehr empfindliche Instrumente. Unser MOMA-Laser muss jedoch einiges aushalten, um auf dem Mars verlässlich zu funktionieren,“ erläutert Dr. Peter Weßels, Leiter der Gruppe Solid-State Lasers am LZH, und zählt auf: „Mechanische Erschütterungen bei Start der Rakete und Landung auf dem Mars, kosmische Strahlung und sehr große Temperaturunterschiede.“

Suche nach Leben auf dem Mars
Der Laserkopf wird Teil eines Instruments mit den Namen MOMA – Mars Organic Molecule Analyzer. Dieses soll organische Verbindungen im Marsboden aufspüren. Dazu bohrt der Rover Löcher, zerpulvert die Bodenproben und der Laser des LZH verdampft die darin enthaltenen Moleküle. So lassen sie sich dann durch ein Massenspektrometer analysieren. Finden sich organische Moleküle, kann es ein Zeichen für mögliche Formen von Leben auf dem Mars sein.

Auf Nummer sicher
Vor seiner Abreise in die USA wurde der Laserkopf in Göttingen am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung gründlich getestet. Am NASA Goddard Space Flight Center, USA, wird er derzeit in das Massenspektrometer (MS) der NASA eingebaut und erneut getestet. Hat er das überstanden, reist der Laser als Teil des MOMA zurück nach Europa und wird dort in den Rover eingebaut. Am Ende der irdischen Reise und der vielen Tests steht die Rakete in Russland. Mit dieser wird der Laserkopf aus Hannover voraussichtlich 2020 die Erde verlassen.

Zu dieser Pressemitteilung gibt es zwei Fotos.

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Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)

Als unabhängiges gemeinnütziges Forschungsinstitut steht das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) für innovative Forschung, Entwicklung und Beratung. Das durch das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr geförderte LZH widmet sich der selbstlosen Förderung der angewandten Forschung auf dem Gebiet der Photonik und Lasertechnologie. 1986 gegründet arbeiten inzwischen über 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am LZH.

Der Fokus des LZH liegt auf den Bereichen Optische Komponenten und Systeme, Optische Produktionstechnologien und Biomedizinische Photonik. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Naturwissenschaftlern und Maschinenbauern ermöglicht innovative Ansätze für Herausforderungen verschiedenster Bereiche: von der Komponentenentwicklung für spezifische Lasersysteme bis hin zu Prozessentwicklungen für die unterschiedlichsten Laseranwendungen, zum Beispiel für die Medizintechnik oder den Leichtbau im Automobilsektor. 17 Ausgründungen sind bis heute aus dem LZH hervorgegangen. Das LZH schafft so einen starken Transfer zwischen grundlagenorientierter Wissenschaft, anwendungsnaher Forschung und Industrie.