Lens-Refilling nach Fragmentierung des Augenlinsenkerns mit fs-Laser
Laufzeit: 
1. März 2021 bis 30. Juni 2022
Gefördert von: 
NBank

 

Fragmentierung des Augenlinsenkerns mit Hilfe eines Femtosekunden (fs)-Lasers zur Wiederherstellung der Akkommodationsfähigkeit mittels „Lens-Refilling“

Kurzbeschreibung des Vorhabens

Die natürliche Alterung der Augenlinse führt zu einer Versteifung und Trübung des Linsengewebes. Die Versteifung des Linseninneren macht sich ab dem Alter von etwa 40 Jahren durch die Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) bemerkbar. Die Ausbildung eines Kataraktes (Grauer Star) tritt etwas später ein, etwa im Alter von 50-60 Jahren. Die Kataraktchirurgie zur Behandlung des Grauen Stars ist der häufigste chirurgische Eingriff in der Medizin. Allein im Jahr 2020 wird die Zahl der Kunstlinsen (intraocular lens, IOL) Implantationen auf 32 Millionen weltweit geschätzt. Die trübe Linse wird hierbei entfernt (Phakoemulsifikation) und eine IOL eingesetzt. Die IOL bietet klare Sicht, aber keine ausreichende Fähigkeit zur Akkommodation. Die Methode des sogenannten „Lens Refilling“ (LR) beinhaltet das Ersetzen des Linseninneren mit einem Gel und birgt das Potenzial, Akkommodation zu ermöglichen.

LR hat sich bisher nicht klinisch durchgesetzt, da die Methode zwei unterschiedliche Komplikationen mit sich bringen kann. Zum einen besteht die Gefahr des Auslaufens des injizierten Materials aus dem Kapselsack. Zum anderen kann es zu einer Eintrübung der Linsenkapsel nach der Operation kommen, welche eine Versteifung des Kapselsacks zur Folge hat. Die Trübung behindert die Sicht und die Versteifung reduziert die Akkommodation, da die Linsenkapsel hierbei eine treibende Kraft darstellt. Ursache dafür ist die Proliferation von Linsenepithelzellen als Reaktion auf den Verlust der Faserzellen.

Im Rahmen dieses gemeinsamen Entwicklungsvorhabens von ROWIAK GmbH und Laser Zentrum Hannover e.V. wird der Ansatz verfolgt, gezielt nur den Kern der Augenlinse zu entfernen und durch LR zu ersetzen. Der Kortex (Linsenrinde) bleibt bei dieser neuen Methode der Kernfragmentierung unangetastet, so dass der unerwünschte Effekt der Kapseltrübung und –versteifung potenziell verhindert und somit eine Wiederherstellung der Akkommodationsfähigkeit nach LR erreicht werden könnte. Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung und Evaluierung einer Methode zur technischen Umsetzung einer Linsenkernfragmentierung.

Die Bereitstellung dieser Methode wird dazu beitragen, dass Patienten nach Erhalt eines Lens Refilling ein reduziertes Risiko des Nachstars haben und so eine Re-Operation verzögert oder vermieden wird. Zudem wird die Akkommodation teilweise wiederhergestellt, so dass das zusätzliche Tragen einer Sehhilfe zur Korrektur der Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) nicht mehr nötig ist. Dadurch steigt die Patientenzufriedenheit, und die Anzahl der Eingriffe kann reduziert werden.