Karosseriereparatur am Automobil mit dem Handlaser
04.11.2003

Abb. 1: Schweißen mit einem handgeführten Lasersystem an einer Automobiltür

In einem kooperativen Forschungsprojekt befasst sich das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) mit Reparaturschweißungen an der Automobil­karosserie mit dem Laser. Das Ziel des Projektes ist es, eine praxisgerechte Werkstatt-Reparaturstrategie für Fahrzeug­karosserieteile aus höherfesten Stahlwerkstoffen zu entwickeln. Ein optimierter Hand­laser­system befindet sich dafür gegenwärtig in der Entwicklung.

Karosseriebleche für crashrelevante Bauteile werden immer fester. Die Festigkeits­steigerungen der Stahlwerkstoffe sind allerdings mit einer deutlichen Einschränkung der Füge- und Umformeigenschaften und somit einer problematischen handwerklichen Bearbeitbarkeit verknüpft. Dies bedeutet, die Ausbeulfähigkeit bzw. das Rückform­verhalten verschlechtert sich stark, so dass beschädigte Bauteile normaler­weise durch Neuteile ersetzt werden müssen. Der zunehmende Einsatz höherfester Stahlblech­werkstoffe in Verbindung mit dem klassischen Karosseriekonzept stellt Kfz-Reparatur-Werkstätten somit vor große Probleme.

Deshalb wurde ein Forschungsverbund zusammen mit anderen Forschungsinstituten sowie einem Kfz-Reparaturbetrieb und Vertretern der Automobil- und Stahlindustrie gebildet. Im Projekt werden die Verbindungseigenschaften von verschiedenen Reparatur-Fügeverfahren untersucht und im späteren Verlauf des Projektes an Realbauteilen verifiziert.

Da im Reparaturfall eine Roboteranwendung nicht in Frage kommt, sollen am LZH Schweißverbindungen mit handgeführten Laserbearbeitungssystemen unter Werkstatt­bedingungen erzeugt werden. Inzwischen ist die konstruktive und technologische Entwicklung von Konzepten mobiler Systeme der Laserstrahl-Handbearbeitung so weit fortgeschritten, dass mögliche Verfahren im Hinblick auf spezifische Einsatzfälle, Prozess- und Arbeitssicherheit sowie Integrations­fähigkeit in den Fertigungsprozess qualifiziert sind.

Durch die an dem Projekt beteiligten Partner (u.a. DaimlerChrysler, VW AG, Adam Opel AG) ist eine unmittelbare Übertragung der Ergebnisse in die Industrie gewährleistet. Weiterhin ist ein Transfer der gewonnen Erkenntnisse in das Kfz-Reparaturhandwerk schon während der Projektlaufzeit geplant. Das Projekt wird von der Studiengesellschaft Stahlanwendung e.V. unterstützt.

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Business Development & Communications Abteilung
Michael Botts
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Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) ist eine durch Mittel des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr unterstützte Forschungs- und Entwicklungseinrichtung auf dem Gebiet der Lasertechnik.