Zellen schonend transfizieren – LZH stellt GNOME-Prototypen auf der Labvolution 2017 vor
25.04.2017

Bild 1: Die GNOME Lasertransfektion erzielt auch in Primärzellen (hier: kortikale Neuronen) durchgehend hohe Vitalitäten von über 80 %. (Foto: LZH)

Bild 2: Der neuartige Prototyp der GNOME Lasertransfektion demonstriert, wie schnelle und komfortable Bedienung mit innovativer Technologie kombiniert werden kann. (Grafik: LZH)

Schonend und effizient eine Vielzahl von Zellen transfizieren – die GNOME-Technologie des Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) macht dies möglich. Sie eignet sich insbesondere für das Hochdurchsatzscreening. Während der Labvolution 2017 präsentiert das LZH erstmals den Prototypen dieser innovativen Technologie auf dem Gemeinschaftsstand des Landes Niedersachsen (Halle 19/20, Stand C80).

Ob Drug Screening, Proteinproduktion oder Genregulation – das Einbringen exogener Moleküle in biologische Zellen, kurz Transfektion, ist eine Schlüsseltechnologie sowohl für die Grundlagenforschung als auch für klinische und industrielle Anwendungen. Die zentrale Herausforderung: effizient die Zellmembran zu überwinden, ohne die Zelle oder die Funktionalität des Moleküls nachhaltig zu beeinflussen.

Lasertransfektion mit Goldnanopartikeln
Die vom LZH entwickelte Goldnanopartikel-gestützte (gold nanoparticle mediated, GNOME) Lasertransfektion ermöglicht hohe Transfektionseffizienzen bei minimaler Beeinflussung der Zielzellen, hohe Vitalitätsraten und kurze Prozesszeiten. Zu den Zellen gegebene Goldnanopartikel haften an der Zellmembran an und bündeln die Laserenergie eines Pikosekundenlasers punktgenau. Die Membran wird permeabilisiert und exogene Moleküle strömen in die Zelle.

Der auf der Labvolution gezeigte Prototyp eignet sich für alle gängigen Mikrotiterplattenformate und ist damit ideal für das Hochdurchsatzscreening, wie es unter anderem in der Entwicklung von Wirkstoffen zum Einsatz kommt. Auch neuartige Therapeutika, zum Beispiel auf Basis der CRIPR (Clustered regularly interspaced short palindromic repeats) Technologie, könnten so evaluiert werden. Interessenten können sich vor Ort ein Bild von der Bedienung und den Möglichkeiten der GNOME Lasertransfektion machen. Der niedersächsische Gemeinschaftsstand wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr organisiert.

Zu der Pressemitteilung gibt es zwei Bilder.

 

Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)

Als unabhängiges gemeinnütziges Forschungsinstitut steht das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) für innovative Forschung, Entwicklung und Beratung. Das durch das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr geförderte LZH widmet sich der selbstlosen Förderung der angewandten Forschung auf dem Gebiet der Photonik und Lasertechnologie. 1986 gegründet arbeiten inzwischen über 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am LZH.

Der Fokus des LZH liegt auf den Bereichen Optische Komponenten und Systeme, Optische Produktionstechnologien und Biomedizinische Photonik. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Naturwissenschaftlern und Maschinenbauern ermöglicht innovative Ansätze für Herausforderungen verschiedenster Bereiche: von der Komponentenentwicklung für spezifische Lasersysteme bis hin zu Prozessentwicklungen für die unterschiedlichsten Laseranwendungen, zum Beispiel für die Medizintechnik oder den Leichtbau im Automobilsektor. 17 Ausgründungen sind bis heute aus dem LZH hervorgegangen. Das LZH schafft so einen starken Transfer zwischen grundlagenorientierter Wissenschaft, anwendungsnaher Forschung und Industrie.