Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt: LZH-Wissenschaftler gründet FiberBridge Photonics GmbH
22.06.2017

Aus dem Wissenschafts- und Technologiepark Hannover (WTH) an den Weltmarkt: Die FiberBridge Photonics GmbH produziert Faserkomponenten und –module für Laser- und Lichtführungssysteme. (Foto: FiberBridge Photonics GmbH)

Das Logo der 18. Firmenausgründung aus dem LZH. (Foto: FiberBridge Photonics GmbH)

Am 14. Juni 2017 hat Dr.-Ing. Thomas Theeg, Wissenschaftler am Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH), das 18. Startup aus dem Forschungsinstitut heraus gegründet. Spezialisiert auf maßgeschneiderte Glasfaserkomponenten, Fasermodule sowie Fertigungssysteme für diese Komponenten wird die FiberBridge Photonics GmbH künftig weltweit Kunden aus Forschung, Produktion, Telekommunikation und Medizintechnik mit individualisierten Produkten beliefern.

Schon im März 2016 wurde die Geschäftsidee beim StartUp-Impuls Ideenwettbewerb von der Sparkasse Hannover und der hannoverimpuls GmbH in der Kategorie „Going Global“ ausgezeichnet. Im November 2016 erhielten Wissenschaftler des LZH zudem Fördergelder aus dem Programm EXIST-Forschungstransfer des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. „Dadurch konnten wir unsere Forschungsergebnisse mit Blick auf die Unternehmensgründung gezielt weiterentwickeln. Start-Ups wie unseres, die im Vorfeld mit aufwendigen Entwicklungsarbeiten verbunden sind, wären ohne diese Förderung kaum möglich“, sagt Geschäftsführer Dr.-Ing. Thomas Theeg.

Optimale Bedingungen für High-Tech-Startups
Zuvor hat das FiberBridge-Photonics-Team zehn Jahre in der Abteilung Laserentwicklung des LZH gearbeitet und dort umfangreiche Kompetenzen und Erfahrung im Bereich der Glasfaserkomponenten und faserbasierten Lasersysteme aufgebaut. „Wir motivieren unsere Mitarbeiter, Geschäftsideen zu entwickeln und bieten den Start-Ups die Möglichkeit, ihr Geschäftsmodell hier auszuprobieren und die Investitionskosten gering zu halten, bevor sie das LZH irgendwann verlassen“, erläutert Dr. Dietmar Kracht, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des LZH, die Gründungskultur des Instituts. Aus diesem wurden zuvor bereits 17 Unternehmen ausgegründet, die in der Region Hannover etwa 500 Arbeitsplätze geschaffen haben.

Bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten und der EXIST-Antragstellung erhielten die LZH-Wissenschaftler auch Beratung und Unterstützung durch hannoverimpuls. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Landeshauptstadt und Region Hannover will den Wirtschaftsstandort durch den Transfer von Innovationen aus der Wissenschaft stärken.

Nahezu frei formbare Glasfaserkomponenten flexibel kombinieren
Das FiberBridge-Team geht nun mit einem hochinnovativen und  wettbewerbsfähigen Produktportfolio an den Weltmarkt. Die optischen Eigenschaften ihrer mittels CO2-Laserstrahlung halbautomatisiert gefertigten Glasfaserkomponenten und Fasermodule sind – da alle Produkte aus einer Hand kommen – perfekt aufeinander abgestimmt. Kunden wählen beispielsweise die Wellenlänge und den Fasertyp individuell aus und können zusätzlich verschiedene Komponenten flexibel miteinander kombinieren. Sowohl kleine, mittlere als auch große Produktionsvolumina sind möglich und das mit hoher Reproduzierbarkeit.

Somit eröffnen sich für viele Branchen, zum Beispiel für Laserhersteller, völlig neue Möglichkeiten hinsichtlich Systemperformance und Wirtschaftlichkeit. Der Bedarf ist groß: Die Kunden benötigen für ihre Laser- und Lichtführungssysteme präzise, reproduzierbare und kosteneffiziente Komponenten. Seit kurzem können sie diese über www.fiberbridge-photonics.com beziehen.

Zu dieser Pressemitteilung gibt es zwei Bilder.

 

Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)

Als unabhängiges gemeinnütziges Forschungsinstitut steht das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) für innovative Forschung, Entwicklung und Beratung. Das durch das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr geförderte LZH widmet sich der selbstlosen Förderung der angewandten Forschung auf dem Gebiet der Photonik und Lasertechnologie. 1986 gegründet arbeiten inzwischen über 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am LZH.

Der Fokus des LZH liegt auf den Bereichen Optische Komponenten und Systeme, Optische Produktionstechnologien und Biomedizinische Photonik. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Naturwissenschaftlern und Maschinenbauern ermöglicht innovative Ansätze für Herausforderungen verschiedenster Bereiche: von der Komponentenentwicklung für spezifische Lasersysteme bis hin zu Prozessentwicklungen für die unterschiedlichsten Laseranwendungen, zum Beispiel für die Medizintechnik oder den Leichtbau im Automobilsektor. 17 Ausgründungen sind bis heute aus dem LZH hervorgegangen. Das LZH schafft so einen starken Transfer zwischen grundlagenorientierter Wissenschaft, anwendungsnaher Forschung und Industrie.