LZH initiiert Innovationsnetzwerk zur Optogenetik
13.02.2017

Elektrophysiologische Untersuchung einer optogenetisch veränderten neuronalen Zelllinie. (Foto: LZH)

Im Rahmen der BMBF-Initiative „Innovationsforen Mittelstand“ strebt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) die Bildung eines bundesweiten Netzwerks zur Optogenetik an. Dieses soll die Kompetenzen aus den relevanten Forschungsfeldern bündeln, um das Potenzial lichtsteuerbarer Biomoleküle in Kombination mit modernster Lichttechnik zu erschließen. Insbesondere in der Biomedizin lassen vielversprechende Ansätze auf neue Behandlungsmethoden hoffen - beispielsweise für neurologische Erkrankungen.

Ob Photosynthese oder unser Sehsinn - in der Natur steuert das Licht eine ganze Reihe von fundamentalen Prozessen. Die Optogenetik – eine neuartige Basistechnologie bestehend aus Optik und Gentechnik - macht sich Methoden aus beiden Bereichen zu eigen. Ziel ist es, diese für Fortschritte in der Biomedizin und weiteren Themenfeldern einzusetzen.

Körperfunktionen mittels Licht steuern
Lichtpulse können Reaktionen in biologischem Gewebe auslösen und so verschiedenste Prozesse steuern. Muskelkontraktionen, Nervenimpulse oder bestimmte Stoffwechselzwischenprodukte lassen sich so induzieren. Dieser Mechanismus bildet die Grundlage für viele neue Anwendungen in der Biomedizin, Robotik und Biotechnologie. Erste Studien bestätigen schon jetzt vielversprechende Ansätze, zum Beispiel zur Verbesserung neurologischer Implantate.

Interdisziplinärer Dialog als Schlüssel zum Erfolg
Um die zahlreichen Möglichkeiten der Optogenetik auszuschöpfen, bedarf es einer engen Zusammenarbeit verschiedenster Fachrichtungen – von der Molekularbiologie bis zur Laserphysik. Grundlegende Erkenntnisse aus dem Labor können durch den intensiven Dialog zwischen Forschung, Wirtschaft, Öffentlichkeit und Politik schneller in innovative Verfahren und Produkte zum Nutzen der Gesellschaft transferiert werden. Vor diesem Hintergrund initiiert das LZH das „Innovationsforum Optogenetik – Technologien und Potenziale“.

BMBF-Programm „Vorfahrt für den Mittelstand“
Mit dem Zehn-Punkte-Programm „Vorfahrt für den Mittelstand“ unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei, auf Basis aktueller Forschungsergebnisse neue Ideen zu entwickeln und daraus zukunftsweisende Anwendungen zu generieren. Die „Innovationsforen Mittelstand“ sind dabei ein zentraler Baustein.

Von den 99 Projektskizzen der ersten Bewerbungsrunde für das Programm „Innovationsforen Mittelstand“ hat das BMBF 21 zur Antragstellung zugelassen, darunter die vom LZH. „Wir freuen uns, unser Konzept nun in einem Projektantrag weiter ausarbeiten zu können“, erklärt Dr. Dag Heinemann, Leiter der Gruppe Biophotonics am LZH.

 

Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)

Als unabhängiges gemeinnütziges Forschungsinstitut steht das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) für innovative Forschung, Entwicklung und Beratung. Das durch das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr geförderte LZH widmet sich der selbstlosen Förderung der angewandten Forschung auf dem Gebiet der Photonik und Lasertechnologie. 1986 gegründet arbeiten inzwischen über 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am LZH.

Der Fokus des LZH liegt auf den Bereichen Optische Komponenten und Systeme, Optische Produktionstechnologien und Biomedizinische Photonik. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Naturwissenschaftlern und Maschinenbauern ermöglicht innovative Ansätze für Herausforderungen verschiedenster Bereiche: von der Komponentenentwicklung für spezifische Lasersysteme bis hin zu Prozessentwicklungen für die unterschiedlichsten Laseranwendungen, zum Beispiel für die Medizintechnik oder den Leichtbau im Automobilsektor. 17 Ausgründungen sind bis heute aus dem LZH hervorgegangen. Das LZH schafft so einen starken Transfer zwischen grundlagenorientierter Wissenschaft, anwendungsnaher Forschung und Industrie.