3D Druck in der Praxis – 4. Innovationstag Lasertechnik
13.11.2017

Dr.-Ing. Stefan Kaierle, Leiter der Abteilung Werkstoff- und Prozesstechnik im LZH, gab beim Innovationstag einen Überblick über den aktuellen Stand des 3D-Drucks. (Foto: NiedersachsenMetall)

Dr. Dietmar Kracht, Geschäftsführer des LZH, Ingelore Hering, Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, und Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall und Vorsitzender des Industriebeirats des LZH, beim 4. Innovationstag Lasertechnik. (von links nach rechts; Foto: NiedersachsenMetall)

Im Versuchsfeld konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Innovationstags sich über die Arbeit und Dienstleistungen des LZH informieren. (Foto: LZH)

Lohnt sich der 3D Druck für diese Anwendung wirklich? Was muss investiert werden, um den 3D Druck im Unternehmen zu etablieren und welches Know-How ist nötig? Antworten auf diese Fragen gab es beim 4. Innovationstag Lasertechnik, der gemeinsam vom Laser Zentrum Hannover e.V. und NiedersachsenMetall ausgerichtet wurde. Fast 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, vornehmlich aus kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), bekamen einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Technik und deren Praxisrelevanz.

In seiner Begrüßung zitierte Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall und Vorsitzender des Industriebeirats des LZH, die Studie Niedersachsen Digital: „In Niedersachsen herrscht Optimismus Industrie 4.0 gewinnbringend einzusetzen. In keinem anderen Bundesland ist dies so ausgeprägt wie in Niedersachsen.“ Laut der von NiedersachsenMetall in Auftrag gegebenen Studie ist die niedersächsische Industrie gut aufgestellt. Die KMU sind aufgeschlossen und interessiert, benötigen jedoch noch Unterstützung in der Einführung und Umsetzung. Hier setzt der Innovationstag an.

Ingelore Hering vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, unterstrich die Bedeutung des Themas additive Fertigung für die KMU: „Mit weit mehr als 300.000 Betrieben und einem Anteil von über 90 Prozent sind sie strukturbestimmend für den Standort Niedersachsen. Das LZH ist ein wichtiger Player, um diese zukunftsweisende Produktionstechnik für die KMU nutzbar zu machen. Als wirtschaftsnahes Institut füllt das LZH für uns die wichtige Schnittstelle zwischen Wissenschaft – Forschung und Entwicklung – und praktischer Anwendung in der Wirtschaft, durch Unternehmen.“

Viele Praxisbeispiele aus KMU und einige Beiträge aus der Forschung gaben den Teilnehmern eine realistische Einschätzung welche Potenziale Unternehmen aus dem 3D Druck ziehen können. Erörtert wurden praktische Fragen, etwa wann sich der Einsatz der Technologie lohnt und wie sich Design und Produktionskette verändern muss und kann. Ein Themenschwerpunkt waren bionische Strukturen und Bauteile, die in Hinblick auf Stabilität und Gewichtsreduktion entwickelt wurden.

„Der industrielle 3D Druck ist den Kinderschuhen schon weit entwachsen“, erläutert Dr.-Ing. Stefan Kaierle, Leiter der Abteilung Werkstoff- und Prozesstechnik im LZH. „Wir reden nicht mehr nur über die Serienproduktion von gedruckten Bauteilen, die ersten Vorreiter sind bereits auf dem Markt. Wir begleiten KMUs bei der Er- und Umstellung ihrer Prozesse und Denkweisen.“

 

Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)

Als unabhängiges gemeinnütziges Forschungsinstitut steht das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) für innovative Forschung, Entwicklung und Beratung. Das durch das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr geförderte LZH widmet sich der selbstlosen Förderung der angewandten Forschung auf dem Gebiet der Photonik und Lasertechnologie. 1986 gegründet arbeiten inzwischen über 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am LZH.

Der Fokus des LZH liegt auf den Bereichen Optische Komponenten und Systeme, Optische Produktionstechnologien und Biomedizinische Photonik. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Naturwissenschaftlern und Maschinenbauern ermöglicht innovative Ansätze für Herausforderungen verschiedenster Bereiche: von der Komponentenentwicklung für spezifische Lasersysteme bis hin zu Prozessentwicklungen für die unterschiedlichsten Laseranwendungen, zum Beispiel für die Medizintechnik oder den Leichtbau im Automobilsektor. 17 Ausgründungen sind bis heute aus dem LZH hervorgegangen. Das LZH schafft so einen starken Transfer zwischen grundlagenorientierter Wissenschaft, anwendungsnaher Forschung und Industrie.